Schwerpunkte der ISO 9001:2015

Dienstleistungen gewinnen an Bedeutung und stehen nun in allen Kapiteln gleichberechtigt neben der Produktion. Ausschlüsse wurden formal abgeschafft und sind jetzt ggf. Ungültigkeiten im Anwendungsbereich festzulegen. Dies ist nicht mehr nur auf eine Klausel beschränkt, was den, bisherigen auf Klausel 7 beschränkten, Ausschluss sehr schwierig macht. Hilfreich ist dies bei der Festlegung des Scopes zu berücksichtigen.

Formal ist auch kein QM-Beauftragter mehr notwendig, dessen bisherige Aufgaben, die indes nicht signifikant zurückgegangen sind, können beliebig auf mehrere Mitarbeiter verteilt werden. Hier empfiehlt sich die Benennung von Prozesseignern. Allerdings bekommt die Bezeichnung „Leadership“ eine ganz besondere Bedeutung.

Qualitätsziele gewinnen an Bedeutung und es ist nun ein klarer Aktionsplan zur Zielerreichung gefordert.

Risiken und Chancen werden explizit berücksichtigt. Die Risikoidentifizierung und Risikobewertung sowie Entwicklung, Umsetzung und Überwachung von Maßnahmen.
Die Abschnittsstruktur und ein Teil der Terminologie dieser Internationalen Norm wurden im Vergleich zu ISO 9001:2008 verändert, um die Angleichung an andere Normen zu Managementsystemen zu verbessern.

Die daraus folgenden Änderungen in der Struktur und Terminologie brauchen sich in der Dokumentation des Qualitätsmanagementsystems einer Organisation nicht unbedingt widerspiegeln.

Ziel der Abschnittsstruktur ist es in erster Linie, eine zusammenhängende Darstellung der Anforderungen zu ermöglichen, statt ein Modell zur Dokumentation der Politik, der Ziele und Prozesse einer Organisation darzustellen.

Es besteht keine Anforderung, dass die Struktur der Dokumentation des Qualitätsmanagementsystems einer Organisation der Struktur dieser Internationalen Norm entsprechen muss. Es besteht auch keine Anforderung, dass die innerhalb einer Organisation verwendeten Benennungen durch die in dieser Internationalen Norm verwendeten Benennungen zu ersetzen sind, um die Anforderungen des Qualitätsmanagementsystems festzulegen. Die Organisationen können die Benennungen verwenden, die für ihre Abläufe am besten geeignet sind.

Mit der Revision der ISO 9001 richtet sich der Blickwinkel nicht mehr nur auf die Anforderungen an die Aufbau- und Ablauforganisation. Die Norm enthält nun auch eine strategische Komponente, also die Anforderung an eine langfristig ausgerichtete Positionierung und Planung. Es geht dabei im Grunde um die Frage, wo sieht sich die Organisation selbst in der Zukunft, bspw. in 5 Jahren und welche Aktivität ist für diese Zielsetzung notwendig oder wurden bereits ergriffen. Vage und wenig überzeugende Zielsetzungsprozesse reichen dabei bei weitem nicht aus.

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